Im November 2023 veranstaltete State of Digital Publishing (SODP) die PubTech2023 – ein Online-Event für Fachleute aus den Bereichen digitales Publizieren und Nachrichtenmedien.
Dieser Artikel basiert auf der Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse einer Podiumsdiskussion mit Mili Semlani , Leiterin Content und Community bei e27, und Binoy Prabhakar , Chief Content Officer von Hindustan Times Digital.
Digitale Transformation in Redaktionen
Die Nachrichtenbranche gehört zu den Branchen, die Veränderungen am langsamsten annehmen, und das aus gutem Grund. Redaktionen tragen eine große Verantwortung und müssen die Auswirkungen neuer Tools auf ihre Arbeit sorgfältig abwägen.
Um neue Werkzeuge effektiv in redaktionelle Prozesse zu integrieren, sollten Verlage Folgendes beachten:
- Lernen sollte fester Bestandteil der Redaktionskultur sein . Das bedeutet, regelmäßig Zeit für neue Tools und Technologien einzuplanen. Manche Redaktionen machen es sogar zu einem Bestandteil ihrer KPIs. Nicht jedes Tool muss oder sollte integriert werden. Wichtig ist jedoch, dass Redaktionen nicht abgeschottet agieren und das technologische Ökosystem um sich herum im Blick behalten.
- Risiken minimieren, indem man klein anfängt . Um sicherzustellen, dass Technologien wie beabsichtigt funktionieren, sollten Verlage zunächst mit deren Anwendung in einfacheren Prozessen beginnen, bei denen die Ergebnisse der Technologien manuell überprüft werden können.
- Ermitteln Sie, welche Geschäftsbereiche am meisten profitieren . Verlage sollten sorgfältig auswählen, welches Tool für welche Einheit eingesetzt wird. KI-gestützte Content-Erstellungstools eignen sich beispielsweise gut für trockene Wirtschaftsnachrichten – etwa Live-Blogs zum Thema Börse. Bei anderen Inhaltsarten ist es sinnvoller, den Einsatz von KI-Tools auf die Erstellung von Zusammenfassungen, die Formulierung von Überschriften usw. zu beschränken.
Einführung von KI-Tools
Die Einführung von KI-Tools wird üblicherweise von Produkt-, Technologie- und Datenwissenschaftsteams vorangetrieben. Es ist jedoch wichtig, bei der Integration von KI-Tools in die Arbeitsabläufe einer Nachrichtenredaktion eng mit den Redaktionsteams zusammenzuarbeiten.
Das übergeordnete Ziel der Integration von KI-Tools sollte die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Redaktion und des Newsrooms sein, was sich wiederum positiv auf die Zuschauer auswirken sollte. Daher sollten die für die Einführung verantwortlichen Teams bei der Auswahl der Tools für die Technologieinfrastruktur äußerst sorgfältig vorgehen und sicherstellen, dass diese den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen und nicht nur um ihrer selbst willen oder aufgrund der Nutzung durch andere implementiert werden.
Jedes neue Tool sollte überwacht und die Ergebnisse regelmäßig ausgewertet werden, um festzustellen, ob es weiterhin Teil des Technologie-Stacks bleiben sollte.
Die Kommerzialisierung von Inhalten im Zeitalter der KI
Künstliche Intelligenz demokratisiert die Content-Erstellung und -Recherche, was unweigerlich zu einer stärkeren Kommerzialisierung von Inhalten führt. Wir befinden uns jedoch noch in der Anfangsphase der KI-Entwicklung. KI-Tools sind noch nicht ausgereift genug, um die individuellen Stimmen und Meinungen von Autoren und Content-Erstellern zu ersetzen (beispielsweise gibt es unabhängige Journalisten und einzelne Redakteure in Redaktionen, die aufgrund ihrer einzigartigen Stimme in sozialen Medien, etwa durch Newsletter, etc., eine starke Stimme und eine große Anhängerschaft haben).
Verlage, die das Risiko der Kommerzialisierung von Inhalten minimieren wollen, sollten Journalisten ermutigen und befähigen, ihre individuelle Stimme zu entwickeln. Künstliche Intelligenz sollte Prozesse vereinfachen, nicht aber die einzigartige Stimme von Journalisten ersetzen.
sich veränderndes Nachrichtenökosystem
Das abnehmende Interesse an Nachrichten ist weltweit schon seit einiger Zeit zu beobachten. Dies, in Verbindung mit den neuen Technologien, zwingt Verlage dazu, das gesamte Ökosystem ihres Geschäfts und die Art und Weise, wie sie ihr Publikum ansprechen, zu überdenken:
- Der Nachrichtenteil wird oft durch Produkte und Dienstleistungen ergänzt, um die Leser auch außerhalb der Nachrichtenbeiträge anzusprechen und Einnahmen zu sichern.
- Der Fokus liegt verstärkt auf Gemeinschaften. Dank der Technologie können Leser nicht nur über die Kommentarfunktion mit dem Verlag, sondern auch untereinander in Kontakt treten.
- Verlage versuchen zunehmend, den Lesern einen größeren Kontext eines Inhaltsbeitrags zu bieten, anstatt den Artikel isoliert zu präsentieren.
Sehen Sie sich die vollständige Sitzung an:
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