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    Scott Armstrong – Times of Oman

    Scott Armstrong, Chefredakteur der Times of Oman, ist der neueste Experte im Bereich digitales Publizieren, der Einblicke in seinen beruflichen Alltag gewährt.
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Vahe Arabian

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    Vahe Arabian

    Chefredakteur der Times of Oman.

    Scott Armstrong hat kürzlich auf der OwnLocal-Bühne der DCX Expo von WanIfra einen Vortrag darüber gehalten, warum es für die Medien an der Zeit ist, sich gegen Google und Facebook zur Wehr zu setzen. Viele seiner Antworten auf die Fragen, die er bereits im Rahmen der Konferenz „State of Digital Publishing“ beantwortet hat, finden sich auch hier – viel Spaß beim Lesen!

    Was hat Sie dazu bewogen, im Bereich Digital-/Medienverlagswesen zu arbeiten?

    Ich begann meine Karriere als Volontärin bei einer kleinen Wochenzeitung mit 16 Jahren (dem Newark Advertiser in Großbritannien) und bin seitdem in der Branche tätig. Ich war wohl einer der ersten, der sich für digitale Medien begeisterte, als diese in der Branche immer wichtiger wurden. Heute bin ich ein großer Verfechter digitaler Medien, aber ich liebe Printmedien nach wie vor. Man kann beides gut machen.

    Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

    Hat irgendjemand in den Medien einen typischen Arbeitstag? Momentan ist er sehr strategieorientiert. Ich analysiere unsere Technologieinfrastruktur und arbeite mit der Vertriebsabteilung zusammen, um herauszufinden, welche Tools uns sowohl hinsichtlich Reichweite als auch Umsatz voranbringen können. Normalerweise bestehen meine Tage aus E-Mails und WhatsApp-Nachrichten. Doch ein Branchenkenner – Kristinn Tryggvi Thorleifsson von der isländischen MBL-Gruppe – hat mir das Konzept des „Deep Work“ nähergebracht. Seitdem versuche ich, mir ungestörte Zeit für die Arbeit zu schaffen. 

    Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

    Unser wichtigstes technisches Element ist unser Content-Management-System, Newspress von Layout International. Es handelt sich um ein widgetbasiertes CMS, das sehr flexibel ist und es uns ermöglicht, Änderungen spontan an aktuelle Nachrichten anzupassen. Abgesehen davon konzentrieren wir uns jetzt wirklich darauf, wie uns die Werbetechnologie (und nicht die Werbenetzwerke) dabei helfen kann, uns als Premium-Werbeplattform weiterzuentwickeln. Wir beschäftigen uns auch mit Registrierung/Paywalls und Analysen der nächsten Generation. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass unser Technologie-Stack noch nicht so umfassend ist, wie er sein sollte, aber wir haben mit den grundlegenden Werkzeugen, die jedem Medienunternehmen zur Verfügung stehen, schon viel erreicht.

    Wie lassen Sie sich inspirieren?

    Beim Spielen mit meiner zweijährigen Tochter ist es inmitten des ganzen Medientrubels wichtig, sich daran zu erinnern, was im Leben wirklich wichtig ist.

    Was ist Ihr Lieblingszitat oder Ihr Lieblingstext?

    „Es waren die besten und die schlimmsten Zeiten. Sie kannten den Preis von allem und den Wert von nichts.“ Charles Dickens' „Eine Geschichte aus zwei Städten“ beschreibt ziemlich treffend, wo die Medienbranche und die Gesellschaft insgesamt stehen. Erstaunlich, dass er es schon vor über 100 Jahren so genau getroffen hat.

    Welches Problem beschäftigt Sie momentan mit großem Engagement?

    Ich glaube, die Branche leidet unter einer Vertrauenskrise. Wir müssen uns unseres eigenen Wertes bewusst werden und aufhören, uns darüber zu beklagen, dass das „Duopol“ die Medienlandschaft zerstört. Stattdessen sollten wir in den Wettbewerb treten. Wir können exzellenten Journalismus betreiben und Einnahmen generieren. Es ist nicht einfach, aber was ist schon wertvoll?

    Gibt es ein Produkt, eine Lösung oder ein Tool, das Ihrer Meinung nach gut zu Ihren digitalen Veröffentlichungsaktivitäten passt?

    Ich denke, das richtige CMS ist für jedes Unternehmen wichtig. Für uns passte Newpress von Layout perfekt. Facebook war natürlich lange Zeit ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Tools, aber das ändert sich. Wir müssen uns darauf einstellen, Reichweite einzukalkulieren und dafür zu bezahlen, da die organische Reichweite stark zurückgegangen ist (was ich gut finde, denn ich zahle lieber und weiß, welche Reichweite ich erreiche). Die Live-Übertragungen finde ich nach wie vor super (obwohl mir die umsatzbeteiligungsbasierten Werbeblöcke nicht gefallen; wir sollten unsere eigenen verkaufen können). Natürlich gibt es auch Google AMP und andere soziale Medien. Wir testen verschiedene Tools. Chartbeat ist zwar etwas spät dran, aber vielversprechend. Ebenso prüfen wir Marfeel zur Optimierung unserer mobilen Website und OwnLocal zur Verbesserung unserer Bannerwerbung. Fork Media in Dubai, ein Ad-Tech-Unternehmen mit Premium-TKP-Raten, gefällt uns ebenfalls. Sie verdienen ihr Geld zusätzlich zu unseren üblichen Einnahmen (20- bis 40-mal so viel wie Google AdSense). MPP ist vielversprechend als Registrierungs-/Paywall-Lösung und ihre kontextbezogene Werbelösung ist intelligent. Wenn Sie mich fragen würden, was nicht gut passt? Google Ads oder irgendein anderes Werbenetzwerk, das Ihnen nur einen Hungerlohn zahlt – Ihre Arbeit und Ihre Zielgruppe sind viel mehr wert.

    Haben Sie Tipps für ambitionierte Berufseinsteiger im Bereich digitales Publizieren und Medien?

    Denken Sie daran: Inhalt ist König, soziale Medien dienen der Verbreitung, es ist wichtig, auf allen Kanälen präsent zu sein, aber ohne starke, relevante und wertvolle Inhalte werden Sie kein nachhaltiges, monetarisierbares Publikum aufbauen.
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