SODP logo

    pv magazine: Content-Marketing und Events sind unsere Wachstumsbereiche

    Angesichts der vielen negativen Berichte über das Verlagswesen rücken wir von Bibblio die zahlreichen erfolgreichen Fachverlage in den Fokus. Willkommen zur Interviewreihe „Vertical Heroes“ ….
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Mads Holmen

    Erstellt von

    Mads Holmen

    Vahe Arabian

    Faktencheck durch

    Vahe Arabian

    Vahe Arabian

    Herausgegeben von

    Vahe Arabian

    Angesichts der vielen negativen Berichte über das Verlagswesen rücken wir von Bibblio die zahlreichen erfolgreichen Fachverlage in den Fokus. Willkommen zur Interviewreihe „Vertical Heroes“. In dieser neunten Ausgabe hören wir die Erfolgsgeschichte von … PV MagazinBibblio ist eine Publikation, die täglich über Photovoltaik in vielen lokalen Märkten weltweit berichtet. Neben diesem Netzwerk von Websites gibt es seit 2008 auch eine Printausgabe. Das Berliner Magazin versteht sich als unabhängige, technologieorientierte Community und ist die beste Anlaufstelle für Neuigkeiten, Trends und globale Marktentwicklungen im Bereich der Solar-Photovoltaik. Bibblio-CEO Mads Holmen unterhielt sich mit Marina Ramain (Senior Manager Marketing & Events) und Becky Beetz (Head of Content). Sie sprachen darüber, wie wichtig es ist, in der Berichterstattung über Pressemitteilungen hinauszugehen, Veranstaltungen zu organisieren und die Strategie anzupassen, wenn etwas nicht funktioniert. Marina Ramain, Senior Managerin Marketing & Events bei pv magazine

    Mads: Wer ist die Zielgruppe des PV-Magazins?

    Marina Ramain: Wir sprechen Fachleute aus den Bereichen Photovoltaik und Energiespeicherung weltweit an, entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

    M: Welche verschiedenen Arten von Inhalten bieten Sie diesen Fachleuten an?

    MR: Aktuell betreiben wir zehn Websites, darunter unsere globale Flaggschiff-Ausgabe, und tägliche Newsletter in sechs verschiedenen Sprachen. Neu hinzugekommen ist unsere regionale französische Nachrichtenplattform. Darüber hinaus veröffentlichen wir Printausgaben, darunter ein monatliches internationales Magazin, ein vierteljährlich erscheinendes deutsches Magazin und verschiedene weitere Jahresausgaben. Außerdem produzieren wir Webinare, Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen und Podcasts.

    M: Wie groß ist das PV-Magazin in Bezug auf Leserschaft und Mitarbeiterzahl?

    MR: Unsere Printauflage beträgt weltweit rund 35.000 Leser. Unser Team ist klein, was viele überrascht. In Berlin arbeiten etwa 15 Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern: Deutschland, Großbritannien, Japan, China, den USA, Australien, Frankreich und Italien. Wir haben außerdem ein Büro in den USA und natürlich viele Redakteure, die aus aller Welt berichten. Becky Beetz: Wir erreichen monatlich über eine halbe Million Online-Nutzer, und die Zahlen steigen stetig.

    M: Sie haben ein beeindruckendes Wachstum erzielt und dabei immer wieder neue Standorte eröffnet. Was war Ihr Erfolgsrezept?

    MR: Unser Erfolgsrezept besteht aus hochwertigen redaktionellen Inhalten, einer umfassenden plattformübergreifenden Strategie für all unsere globalen und regionalen Plattformen sowie einer starken Social-Media-Strategie. All dies wird regelmäßig evaluiert und angepasst. Zudem nehmen wir an den größten internationalen Solarfachmessen teil. Marina Ramain, Senior Managerin Marketing & Events bei pv magazine
    BB: Indem wir unsere Inhalte kontinuierlich an den Bedürfnissen unserer Leser und den neuesten Branchentrends ausrichten, stellen wir sicher, dass sie sich auf die Kernthemen konzentrieren. Wir suchen stets nach Möglichkeiten, durch regelmäßige Strategiebesprechungen einen Mehrwert zu schaffen. Und natürlich ist qualitativ hochwertige, faktenbasierte Berichterstattung, die über die übliche Pressemitteilung hinausgeht und unseren Lesern echten Nutzen bietet, der Schlüssel zu unserer Arbeit. Dadurch haben wir uns einen hervorragenden Ruf erworben.

    M: Können Sie einige Geschäftsstatistiken nennen, um das Wachstum des PV-Magazins zu veranschaulichen?

    BB: Alle unsere digitalen Plattformen verzeichnen ein jährliches Wachstum hinsichtlich Nutzerzahlen und Sitzungen. Beispielsweise ging unsere globale Website 2010 an den Start. Seitdem konnten wir monatlich über 200.000 Nutzer gewinnen, und diese Zahl steigt stetig. Ähnliches gilt beispielsweise für unser Webinar-Geschäft. Die Anzahl der Webinare und die damit verbundenen Umsätze sind jedes Jahr beeindruckend gestiegen.

    M: Welche zentralen Kennzahlen zur Zielgruppenanalyse verwendet PV Magazine zur Definition von Erfolg?

    MR: Wir messen in unserem Analyseprogramm sowohl Sitzungen als auch Nutzer und betrachten auch die Verweildauer auf den verschiedenen Seiten. Dies hilft uns, die Qualität und Attraktivität unserer Inhalte zu bewerten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anzahl und dem Profil der Teilnehmer unserer Veranstaltungen. Hier können wir in der Regel beurteilen, inwieweit unsere Inhalte zu unserem guten Ruf beigetragen haben. BB: Wir verfolgen außerdem die beliebtesten Artikel, um die Inhalte an die Interessen unserer Leser anzupassen, und behalten die Kommentarspalten im Auge, da diese Einblicke in Diskussionsthemen und neue Fragestellungen geben können.

    M: Würden Sie das PV Magazine also als datengetrieben bezeichnen?

    BB: Absolut. Neben der kontinuierlichen Auswertung der Daten aus unserem Analyseprogramm nehmen wir jedes Feedback, das wir erhalten – intern wie extern – sehr ernst. Das gilt, wie Marina bereits erwähnte, auch für unsere Eventstrategie. Nur wenn wir verstehen, was unsere Leser und Kunden motiviert, können wir ein Produkt anbieten, das ihre Bedürfnisse optimal erfüllt und somit unser Geschäft ausbaut. Deshalb haben wir unser Angebot um Events erweitert – wir sind der Nachfrage gefolgt. Zukünftig wollen wir die Analysen noch intensiver nutzen, indem wir maßgeschneiderte Inhalte für jeden einzelnen Leser anbieten.

    M: Welche Social-Media-Strategie verfolgt PV Magazine?

    MR: Wir speisen alle Nachrichtenartikel von den digitalen Plattformen in unsere verschiedenen Social-Media-Kanäle ein und teilen Inhalte aus unseren Printpublikationen. Um unsere Zielgruppe noch stärker anzusprechen, erstellen wir zusätzliche Inhalte, beispielsweise indem wir wöchentlich die meistgelesenen Artikel erneut veröffentlichen, monatlich das neueste Magazincover teilen und interessante Grafiken aus dem Printmagazin präsentieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, unsere Redakteure zu ermutigen, Beiträge auf ihren eigenen Social-Media-Kanälen zu veröffentlichen. Unsere Zielgruppe ist B2B, und wir sehen das größte Potenzial für uns eindeutig auf LinkedIn. Wir schalten gelegentlich bezahlte Werbung, wenn wir einen Artikel mit hohem Interaktionspotenzial identifizieren.

    M: Wie priorisieren Sie die Gewinnung neuer Zielgruppen im Vergleich zur Vertiefung der Bindung bestehender Nutzer?

    BB: Beides ist für unser Geschäft von entscheidender Bedeutung. Indem wir unsere redaktionellen und Marketingstrategien kontinuierlich überprüfen und anpassen, uns über die neuesten Trends informieren und eng mit der Branche zusammenarbeiten, gewinnen wir nicht nur Jahr für Jahr neue Leser, sondern bauen auch dauerhafte Beziehungen auf.

    M: Wie steigert man die Interaktion, wenn Leser auf die eigene Website gelangen?

    BB: Wir nutzen das Bibblio-Widget auf all unseren zehn Websites, um unseren Bereich „Verwandte Inhalte“ zu optimieren. Ein zweites Bibblio-Widget mit dem Namen „Weitere Artikel im pv magazine …“ wurde installiert, um die Vernetzung der verschiedenen Websites zu fördern. Darüber hinaus heben wir, wo es angebracht ist, unsere Webinare und Podiumsdiskussionen in Nachrichtenartikeln mithilfe von Infoboxen hervor und verlinken stets auf verwandte Artikel. Das Bibblio-Widget auf pv magazine.
    Zur Bewerbung des Magazins veröffentlichen wir kostenlos eine „Wochenendlektüre online“ mit Artikeln aus der aktuellen Ausgabe. Wir ermutigen unsere Leser außerdem, über die Kommentarfunktion mit uns in Kontakt zu treten. Wir garantieren, dass wir auf alle Kommentare antworten.

    M: Könnten Sie etwas genauer erläutern, wie Sie Ihre Umsätze generieren?

    BB: Content-Marketing ist für uns ein wichtiger Wachstumstreiber. Wir bieten verschiedene Möglichkeiten, darunter „Powered by“-Nachrichtenartikel, Sonderausgaben in Printform, Whitepaper, Podcasts und Feature-Seiten. Jedes Paket wird individuell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Wir vermitteln außerdem Sponsoring für Webinare und Roundtables sowie natürlich klassische Anzeigen. Wir kennzeichnen bezahlte Inhalte stets klar und deutlich. Dies ist uns wichtig, um unsere redaktionelle Unabhängigkeit zu wahren und den Lesern Transparenz zu bieten, von der letztendlich auch der Kunde profitiert. Wir beobachten einen klaren Trend hin zu mehr Content-Marketing, das den Lesern echten Mehrwert bietet, und ein großes Interesse von Unternehmen, sich an unserem redaktionellen Stil zu orientieren, um ihre Botschaften optimal zu kommunizieren. Eine im PV Magazine vorgestellte Gesprächsrunde.

    M: Wie lenkt man Website-Besucher auf die gesponserten Inhalte?

    BB: Wir haben in unserer Menüleiste einen Bereich „Partner-News“ eingerichtet, der alle kostenpflichtigen Inhalte enthält. Darüber hinaus bewerben wir regelmäßig neue Sonderausgaben, beispielsweise in unserem Ankündigungsfeld auf der Startseite, in unseren verschiedenen täglichen Newslettern und in den sozialen Medien. Wenn wir mit einem Webinar- oder Roundtable-Partner zusammenarbeiten, veröffentlichen wir vor und nach der Veranstaltung gemeinsam mit ihm Artikel mit Fragen und Antworten und versenden separate E-Mails, um zur Teilnahme anzuregen. Da wir eine B2B-Medienplattform sind, sind die Inhalte in der Regel ansprechend und relevant für unsere Leser und erzielen daher eine hohe Beteiligung.

    M: Welcher Bereich begeistert Sie am meisten?

    BB: Der digitale Raum ist besonders dynamisch, da er zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten in Bezug auf Design, Inhalte und eine stärkere Einbindung der Leser bietet. Die Art und Weise, wie Nachrichten verbreitet und gelesen werden, verändert sich rasant, und es ist faszinierend, diese Entwicklungen zu verfolgen. Auch Veranstaltungen stellen einen Wachstumsbereich mit enormem Potenzial dar.

    M: Warum glauben Sie, dass Ihr Modell erfolgreich war?

    BB: Neben unserem großen Engagement für die Qualität der von uns gelieferten Inhalte und der regelmäßigen Anpassung unserer redaktionellen Strategie an die Bedürfnisse der Branche, haben wir uns auch flexibel gezeigt, wenn es darum ging, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erkennen.

    M: Was können Ihrer Meinung nach andere Fachverlage aus der Entwicklung des PV Magazine lernen?

    BB: Wenn man sich wirklich für seine Arbeit interessiert, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass man qualitativ hochwertige und sinnvolle Ergebnisse liefert. Es ist außerdem entscheidend, flexibel zu bleiben, Trends zu folgen (oder sie sogar zu setzen) und zu erkennen, dass man eine andere Strategie anwenden sollte, wenn eine nicht funktioniert. Ein Schlüsselfaktor für ein erfolgreiches Arbeitsumfeld ist auch die Anerkennung des Beitrags aller Teammitglieder. Wenn sie sich wertgeschätzt fühlen, engagieren sie sich für ihre Arbeit, und wie bereits erwähnt, ist die Qualität der geleisteten Arbeit dann umso besser.

    M: Und schließlich, von welchen anderen Verlagen lassen Sie sich inspirieren?

    MR: Natürlich „The Business of Fashion“, das für jeden B2B-Verlag eine Referenz darstellt. Außerdem schaue ich mir gerne „Welcome to the Jungle“ an. Das französische Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, das größte Medium für Berichte über das Berufsleben zu werden, und das gelingt ihnen hervorragend: großartiges Design, tolle Events und eine riesige Menge an fesselnden Inhalten in verschiedenen Formaten. Ihr Team ist sehr agil und ist in den letzten Jahren unglaublich schnell gewachsen.
    BB: Letztes Jahr erschien ein großartiges Buch mit dem Titel „Newspaper Design“, das Fallstudien der bekanntesten Redaktionen der Welt enthält. Darunter sind der Guardian, der New Yorker, El Mondo usw. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich diese Namen im Laufe der Jahre verändert haben, insbesondere durch die Entwicklung des Digitalen. Ihre Arbeit setzt einen hohen Standard für andere Medienunternehmen.