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    Esme Benjamin – Kulturreise

    Esme Benjamin, Wellness-Redakteurin bei The Culture Trip, ist die neueste Expertin im Bereich digitales Publizieren, die Einblicke in ihren beruflichen Alltag gewährt.
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Vahe Arabian

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    Wellness-Redakteurin bei Culture Trip. Man findet mich in der Happy Hour oder beim Handstand (eher energisch als geschickt) im Yogastudio.

    Was hat Sie dazu bewogen, im Bereich Digital-/Medienverlagswesen zu arbeiten?

    Als ich 2007 mein Studium abschloss, prophezeiten alle das Ende der Printmedien. Blogger demokratisierten das Publizieren, und die Branche befand sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. So sehr meine Kommilitonen und ich die Idee des Gedruckten auch idealisierten (ich liebe es immer noch, meine Worte auf Papier statt auf einem Bildschirm zu sehen), bot die Welt der digitalen Medien weitaus mehr Möglichkeiten, und so schlug ich diesen Weg schließlich ein.

    Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

    Die meisten Tage verbringe ich im Büro von Culture Trip in Soho, Manhattan. Ich bin Frühaufsteher und gehöre daher zu den Ersten, die hier sind. Ich mache es mir mit einem Kaffee gemütlich und checke meine E-Mails – London ist fünf Stunden voraus, daher gibt es normalerweise E-Mails von unserer Zentrale, die meine Aufmerksamkeit erfordern. Ich versuche, meinen Tag in die Vorbereitung von Artikeln – Interviews telefonisch oder persönlich führen und transkribieren – und das Schreiben von Beiträgen aufzuteilen. Schließlich muss ich monatliche Ziele hinsichtlich Seitenaufrufen und Veröffentlichungszahlen erreichen. Manchmal bin ich unterwegs, um das neueste Fitnessstudio zu testen oder interessante Persönlichkeiten aus der Wellness-Szene der Stadt kennenzulernen (zum Beispiel Schamanen, Heilerinnen und Vertreter der New-Age-Bewegung). Ich habe das Glück, in meinem Job viel kreativen Freiraum zu haben. Früher habe ich eine Videoserie namens „Adventures In Wellness“ präsentiert und mitproduziert, und momentan versuche ich, mit einigen meiner Redaktionskollegen einen Podcast zu starten. Daher stehen die Fertigstellung der einzelnen Segmente und die Klärung der organisatorischen Details ganz oben auf meiner To-do-Liste. Gesundheit ist mir natürlich wichtig, deshalb mache ich in der Mittagspause einen Spaziergang an der frischen Luft. Nach der Arbeit, wenn ich nicht mit Freunden unterwegs bin, trainiere ich (Yoga und Tanzen sind meine Favoriten), bevor ich mit meinem Mann zu Abend esse. Mir ist eine ausgewogene Work-Life-Balance sehr wichtig.

    Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

    Zählt Slack? Ehrlich gesagt brauche ich die ganzen schicken Apps nicht, um den Überblick zu behalten. Ich komme ganz gut mit meiner Zeit und meinen Kräften zurecht. Ich war vor Kurzem bei einem Cave Day – so eine Art Mini-Produktivitäts-Retreat, bei dem die Zeit in „Sprints“ intensiver Konzentration und Pausen unterteilt wird – und habe mir fest vorgenommen, meine eigenen Mini-Caves einzurichten, aber daraus wurde nie etwas. Vielleicht nächstes Jahr.

    Was tust du, um dich inspirieren zu lassen?

    Ich lese, sehe Filme und besuche Ausstellungen. Jeder kreative Mensch kennt diese Phasen, in denen die Inspiration fehlt, und der beste Weg, wieder in Schwung zu kommen, ist, den Geist einfach mal abschalten zu lassen. Manche meiner schönsten Sätze kommen mir nachts in den Sinn, wenn ich nicht schlafen kann, oder in der U-Bahn, wenn meine Gedanken auf eigene Faust schweifen und neue Wege gehen.

    Was ist Ihr Lieblingstext oder Ihr Lieblingszitat?

    „Ich bin zielstrebig und fürchte nichts“ – Audre Lordes mutige Schlusszeilen aus dem Gedicht „Neujahrstag“. Sie gehen mir oft durch den Kopf, denn man sollte immer furchtlos und zielstrebig leben.

    Welches leidenschaftliche Problem beschäftigt Sie momentan?

    Es ist eher eine Herausforderung als ein Problem, aber ich würde sagen, der Podcast. Es ist eines dieser Projekte, für die man absolut keine Qualifikationen hat, es aber trotzdem unbedingt durchziehen will. Wenn wir von der Geschäftsleitung grünes Licht bekommen, werden meine Kollegen und ich uns alles selbst beibringen – zum Beispiel, wie man Audio bearbeitet. Einfach mal machen und schon findet sich das Netz, wie man so schön sagt.

    Gibt es ein Produkt, eine Lösung oder ein Tool, das Ihrer Meinung nach gut zu Ihren digitalen Veröffentlichungsaktivitäten passt?

    Es ist nicht besonders technisch (was vielleicht sogar gut ist, wenn man den ganzen Tag in der digitalen Welt verbringt), aber das Bullet Journal ist eine tolle Lösung, um mehrere Projekte gleichzeitig achtsam und produktiv zu managen. Ich kam auf einer Party mit dem Gründer, einem Designer digitaler Produkte, ins Gespräch, und er hatte viele interessante Dinge über ein bewusstes Leben zu erzählen.

    Haben Sie Tipps für ambitionierte Berufseinsteiger im Bereich digitales Publizieren und Medien?

    Unterschätzen Sie niemals den Wert von Kontakten (es ist zwar ein Klischee, aber ich wünschte, ich wäre in jungen Jahren mutiger gewesen). Nehmen Sie Kontakt zu Menschen auf, deren Arbeit Sie bewundern, und laden Sie sie auf einen Kaffee ein. Schließen Sie Freundschaften mit Menschen, deren Fähigkeiten Sie erlernen möchten. Seien Sie dabei aber aufrichtig und revanchieren Sie sich, wann immer es möglich ist.
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