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    Benjamin Hasson – The Texas Tribune

    Benjamin Hasson, Art Director beim Texas Tribune, ist der neueste Experte im Bereich digitales Publizieren, der Einblicke in seinen beruflichen Alltag gewährt.
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Vahe Arabian

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    Benjamin Hasson ist Art Director beim Texas Tribune.

    Was hat Sie dazu bewogen, im Bereich Digital-/Medienverlagswesen zu arbeiten?

    Während meines Designstudiums an der University of Texas in Austin absolvierte ich ein Praktikum als Frontend-Webdesigner in einer Kreativagentur. Dort lernte ich programmieren, Webseiten gestalten und auf verschiedenen CMS-Plattformen anpassen. Kurz nach meinem Abschluss kontaktierte mich ein Mentor aus dieser Firma und bot mir die Möglichkeit, für das digitale Nachrichten-Startup „The Texas Tribune“ zu arbeiten. Sieben Jahre später bin ich nun Art Director.

    Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

    Alles, was veröffentlicht wird, durchläuft vor der Veröffentlichung unser Team. An einem normalen Tag kann ich mitten in der Neugestaltung einer Homepage stecken oder mich in ein dringendes Projekt für irgendeinen Bereich des Unternehmens einbringen. Mir gefällt der Wechsel zwischen dem großen Ganzen und den Details, während ich eng mit meinen Kollegen zusammenarbeite.

    Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? (deine Apps, Produktivitätstools usw.)

    Ich arbeite mit einem 27-Zoll-Retina-iMac und nutze gelegentlich ein Wacom-Tablet zum Zeichnen. Adobe, Basecamp, Dropbox, Sublime Text und Photoshelter sind unverzichtbar, ebenso wie Slack für die Kommunikation und Google für Präsentationen und den Datenaustausch. Eine meiner nützlichsten Apps ist Flycut. Sie speichert alle Elemente in der Zwischenablage, sodass man schnell zwischen kopiertem Text und Objekten wechseln kann. Little Ipsum ist ebenfalls eine praktische App, mit der ich einfach Beispieltexte für Mockups einfügen kann.

    Wodurch lassen Sie sich inspirieren?

    Ich liebe es, in neue Städte zu reisen und einfach herumzuschlendern. Dabei halte ich gerne die Typografie, Kunst und Architektur fest, die mir begegnen. Oftmals blättere ich in meiner Sammlung von Designbüchern, um mich inspirieren zu lassen. Ich bin begeistert von futuristischen Science-Fiction-Filmen; sie helfen mir, mich in die Welt des Möglichen hineinzuversetzen. Manchmal bringen mich auch eine Joggingrunde und ein guter Podcast auf neue Ideen. Die Zusammenarbeit mit dem Kunden und die Unterstützung bei der Interpretation und Umsetzung seiner Vision machen Design für mich wirklich spannend und sind letztendlich meine größte Inspirationsquelle

    Was ist Ihr Lieblingstext oder Ihr Lieblingszitat?

    Zuletzt hat mich Ta-Nehisi Coates' Gedicht „Zwischen mir und der Welt“ sehr berührt. Es ist so kraftvoll geschrieben, sowohl als Brief an seinen Sohn als auch an alle Amerikaner.

    Was ist das interessanteste/innovativste, das Sie jemals in einem anderen Medium als Ihrem eigenen gesehen haben?

    Es gibt so viele großartige Projekte oder Momente in Projekten, die mich beeindruckt haben, deshalb möchte ich drei davon vorstellen. Das erste davon ist Frontlines „Nachlass„“ von Ken Dornstein, eine interaktive Geschichte, die sich entfaltet, während man die von Dornstein gesammelten Erinnerungsstücke an seinen Bruder David erkundet, der bei einem Bombenanschlag ums Leben kam. Es ist nicht nur ein bewegendes journalistisches Erlebnis, sondern auch eine herausragende Leistung im Bereich der Benutzerfreundlichkeit. Die gesamte Präsentation wirkt mühelos. Ein weiteres Video, das mir sehr gut gefallen hat, wurde von der Washington Post herausgegeben und hieß „…Lernen Sie die ländlichen Amerikaner kennen, die befürchten, vergessen zu werden.Nach den Wahlen 2016 wurde deutlich, dass ein Großteil der nationalen Presse in einer Blase lebte und wieder stärker mit den umliegenden Gemeinden in Kontakt treten musste. Doch was bedeutet das konkret? Dieses Video ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie das gelingen kann. Zum Schluss noch ein Werk von Luke Malone mit Illustrationen von Simon Prades, mit dem Titel „Du bist 16. Du bist pädophil. Du willst niemandem wehtun. Was tust du jetzt?Ich liebe redaktionelle Illustrationen, und dieses Buch ist voller brillanter Darstellungen, darunter auch einige animierte Loops. Besonders beeindruckt hat mich der Einsatz von Licht und Doppelbelichtung. Es ist sowohl technisch als auch konzeptionell anspruchsvoll, eine Loop-Animation auf so vielen Ebenen wirkungsvoll zu gestalten, ohne dass sie zu eintönig wirkt.

    Welches Problem beschäftigt Sie momentan mit großem Engagement?

    Wir haben gerade unsere Homepage neu gestaltet und optimieren sie nun. In diesem Jahr findet unser traditionsreiches Festival in der Innenstadt von Austin statt. Das ist eine großartige Gelegenheit, das Erscheinungsbild und das Besuchererlebnis von Grund auf neu zu gestalten.

    Haben Sie Tipps für ambitionierte Berufseinsteiger im Bereich digitales Publizieren und Medien?

    Lerne, deine Vision so zu formulieren, dass andere dir helfen können, sie zu verwirklichen, und sei dir bewusst, dass die Präsentation den entscheidenden Unterschied ausmachen kann.
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