Was passiert:
Wie sähen Online-Nachrichten heute aus, wenn sie sich nicht aus dem traditionellen 800-Wort-Zeitungsartikel entwickelt hätten? Diese Frage stellte sich die BBC und versuchte, sie durch das Brainstorming neuer Online-/Mobiljournalismusformate zu beantworten und diese Prototypen bei ihren am wenigsten interessierten Zielgruppen zu testen: der Generation Z und Frauen im Alter von 28 bis 45 Jahren. So haben sie es gemacht: Die BBC entwickelte verschiedene neue personalisierte Nachrichtenformate und testete sie mit den beiden Zielgruppen, die das geringste Interesse zeigten. Die Personalisierung umfasste die Auswahl und Bereitstellung spezifischer Artikel basierend auf dem jeweiligen Nutzer, ging aber darüber hinaus und versuchte, den Inhalt der Artikel selbst zu personalisieren (was die BBC als „Adaption“ bezeichnete). Diese Prototypen wurden auch mit einer anderen Zielgruppe verglichen KriterienbereichAus diesem Prozess gingen drei Prototypen mit der besten Leistung hervor:- Dieser Ansatz nutzte die geografische Personalisierung der Leser, um lokale Informationen in nationale Nachrichten einzubinden.
- Dieser Prototyp fasste frühere Artikel zu einem Thema zusammen und verwendete dafür Stichpunkte, die aus Push-Benachrichtigungen der vorherigen Artikel der Storyline gewonnen wurden.
- Obwohl dieser Prototyp zugegebenermaßen außerhalb des Rahmens echter Personalisierung lag, schnitt er im Test gut ab. Bei diesem Ansatz wurden Geschichten als Überschrift mit einer einzeiligen Zusammenfassung präsentiert; Leser konnten dann für eine vierabsätzige Zusammenfassung klicken und anschließend erneut klicken, um die gesamte Geschichte zu lesen.
Die Ergebnisse:
Generell stießen die „angepassten“ Artikel, deren Inhalt stark personalisiert worden war, bei den Lesern auf Ablehnung. Sie fühlten sich eingeengt oder hatten den Eindruck, der Nachrichtensender treffe Annahmen über sie. Positiv bewertet wurde hingegen die Möglichkeit, die Präsentation der Artikel mitzubestimmen. Auch die unkomplizierte, gängige Personalisierung kam in diesem BBC-Experiment gut an; allerdings zögerten die Leser, mehr persönliche Informationen preiszugeben als nötig Standort oder ihre Lesegewohnheiten im Austausch für Vergünstigungen.Weiter graben:
Die BBC untersuchte auch, wie ihre Leser Geschichten verstehen und wie man ihnen helfen kann, die oft komplexen und kontroversen Themen der heutigen Nachrichten zu verarbeiten. Mit Blick auf die Generation Z entwickelte das Team vier konkrete Ziele:- Geben Sie den Lesern mehr Kontext genau dann, wenn sie ihn benötigen, anstatt der traditionellen Nachrichtenpyramide, bei der der Kontext erst am Ende der Geschichte folgt.
- Ziel ist es, Fragen besser zu erklären und zu beantworten.
- Zeigen Sie auf, welche Wirkung eine Geschichte auf den Leser haben könnte.
- Zeigen Sie verschiedene Perspektiven auf ein Thema auf.
- Sie nutzen Smartphones für Online-Nachrichten, haben aber Bedenken hinsichtlich des Datenverbrauchs und des Gerätespeichers.
- Sie wollen Nachrichten und über die Welt informiert sein, überfliegen die Informationen aber gerne erst einmal und gehen dann tiefer auf das ein, was sie interessiert.
- Sie erwarten Interaktion und Kontrolle bei digitalen Nachrichten.
- Sie bevorzugen im Allgemeinen Text gegenüber Video oder anderen Formaten.
- Unterschiedliche Meinungen und Perspektiven sind wichtig, insbesondere für jüngere Leser.
- Die BBC (wie auch andere Nachrichtenagenturen) verwendet in ihren Berichten zu viel vorausgesetztes Wissen und Fachjargon.
Fazit:
Tristan Ferne von der BBC fasste die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Projekt zusammen.- Stellen Sie ein multidisziplinäres Team zusammen
- Prototypen testen, aber auch das Schreiben und den Journalismus prüfen
- Erstellen Sie viele Formate, nicht nur eines
- Entwickeln Sie wiederverwendbare und strukturierte Inhalte
- Zeigen Sie unterschiedliche Meinungen auf und erklären Sie die Dinge besser
Inhalte unserer Partner








