Der australische Branchenverband Digital Publishers Alliance (DPA) veröffentlichte letzte Woche seinen allerersten Bericht, der neue Erkenntnisse zur Debatte um das Vertrauen in die Medien liefert.
Ich habe bereits zuvor einige Gedanken zum schwindenden Vertrauen in die Medien und bin der Ansicht, dass mehr getan werden muss, um das Publikum einzubinden, bevor man versucht, sein Vertrauen zu gewinnen.
Eine neue Umfrage der DPA unter mehr als 1.300 Lesern aus 20 Mitgliedsmedien untermauert diese Annahme. Die Umfrage ergab, dass unabhängige Verlage im Allgemeinen als vertrauenswürdiger wahrgenommen werden als ihre Konkurrenten aus den etablierten Medien.
Mehr als drei Viertel (76 %) der Befragten vertrauen unabhängigen Verlagen entweder vollständig oder überwiegend.

Quelle: DPA
Große Nachrichtenagenturen standen schon immer im Visier von Kritik, meist von denen, die sie zur Rechenschaft ziehen wollten. Die Mainstream-Medien ernten oft den größten Teil der Kritik, weil sie über mehr Ressourcen verfügen, um in Bereichen zu recherchieren, die anderen lieber verborgen bleiben würden.
Und dennoch ist das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien in den letzten zwei Jahrzehnten auf einen Tiefpunkt gesunken. Ich will hier nicht darüber diskutieren, warum das so ist; dann wären wir ja ewig hier. Aber ich möchte anmerken, dass der Begriff „Mainstream-Medien“ mittlerweile ein gewisses Stigma trägt. Es ist ein belasteter Begriff, den viele unbewusst mit Hexenjagden und „Fake News“ assoziieren.
Ungeachtet dessen, ob das alles richtig oder falsch ist, bleibt die Tatsache bestehen, dass viele Zuschauer den etablierten Nachrichtenmedien misstrauen, und genau dieses Misstrauen schafft neue Möglichkeiten für kleinere Akteure.
Die DPA-Umfrage fragte ihre Teilnehmer, was ihnen an digitalen Verlagen gefalle. Eine deutliche Mehrheit antwortete, es sei die Kombination aus Tonfall und Herangehensweise an Inhalte sowie die Vielfalt und alternative Erzählweise. Interessanterweise landete Relevanz erst an dritter Stelle.
Auch wenn Tonfall und Herangehensweise an Inhalte für verschiedene Redakteure unterschiedliche Bedeutungen haben, spiegeln sie für mich die generelle Philosophie einer Publikation in Bezug auf die Content-Erstellung wider. Kleinere Medienunternehmen benötigen einen engeren Fokus, um zu überleben, sonst verzetteln sie sich und verschwenden ihre begrenzten Ressourcen.
Für unabhängige Autoren bedeutet dies, sich auf Nischenthemen zu konzentrieren, unerwartete Blickwinkel zu finden und diese dann in einem einzigartigen Stil zu präsentieren, der die Zielgruppe anspricht. Unabhängige Verlage, denen dies gelingt, werden ihre Leserschaft binden und Vertrauen in ihre Marke aufbauen.





