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    Warum wir transnationalen Journalismus brauchen, um die Welt besser zu verstehen

    Was geschieht: Ereignisse auf der ganzen Welt haben mehr denn je einen großen Einfluss auf unsere Länder und unser unmittelbares Umfeld. Die Welt ist zu unserem Hinterhof geworden…
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Shelley Seale

    Erstellt von

    Shelley Seale

    Vahe Arabian

    Faktencheck durch

    Vahe Arabian

    Vahe Arabian

    Herausgegeben von

    Vahe Arabian

    Was passiert:

    Weltweite Ereignisse haben mehr denn je einen erheblichen Einfluss auf unsere Länder und unser unmittelbares Umfeld. Die Welt ist zu unserem Hinterhof geworden, doch trotz der Reichweite globaler Medienmarken wird die internationale Berichterstattung weiterhin stark von nationalen Grenzen geprägt. Transnationale Berichterstattung ist notwendig, um einen neuen Journalismus mit wahrhaft globaler Reichweite zu entwickeln.

    Warum das wichtig ist:

    Rob Wijnberg, Gründer von The Correspondent, sagt, dass unsere Probleme nicht an unseren Landesgrenzen enden – warum sollte es also der Journalismus tun? In einem Beitrag auf Medium erklärt Wijnberg, dass nationale Grenzen zunehmend eher ein Hindernis als eine Hilfe beim Verständnis der drängendsten Probleme unserer Zeit darstellen.

    Weiter graben:

    Wijnberg verweist auf folgende aktuelle Nachrichten, die globale Auswirkungen haben:
    • Die Finanzkrise, die Steuerzahler aus mehreren europäischen Ländern zwang, ihre Banken zu retten, begann als Subprime-Hypothekenkrise in den Vereinigten Staaten und wurde bald durch die griechischen Schulden auf die Spitze getrieben.
    • Der rasante Fortschritt der Solarpanel-Technologie begann mit dem Wettlauf der USA und Russlands zum Mond, gewann durch deutsche Subventionen an Dynamik und erlebte dank chinesischer Innovationen einen regelrechten Boom.
    • Falsche Nachrichten werden von Content-Fabriken in Mazedonien erstellt und mithilfe von Algorithmen aus dem Silicon Valley verbreitet.
    Obwohl multinationale Konzerne, Technologiegiganten, Ökosysteme und Algorithmen global agieren, neigen Journalisten bei ihrer Berichterstattung immer noch dazu, eine nationale Perspektive einzunehmen. Viele globale Nachrichten werden als „Auslandsnachrichten“ präsentiert – eine Unterscheidung, die zwar wichtig, aber auch gefährlich ist, da sie Leser dazu verleitet, diese Ereignisse als fern und losgelöst von ihrem eigenen Leben zu betrachten. Die meisten Zeitungen unterscheiden heute noch zwischen nationalen und globalen Nachrichten, doch um wichtige Ereignisse auf nationaler und lokaler Ebene zu verstehen, benötigen Leser einen tieferen Einblick in die zugrunde liegenden Systeme und Strukturen, die weltweit allgegenwärtig sind. Eliza Anyangwe, Chefredakteurin von The Correspondent, erklärt: „Indem wir journalistische Themenfelder als transnationale Fragestellungen begreifen und nicht als rein geografische Probleme, indem wir das Wissen und die Reichweite unserer Mitglieder nutzen und in Erzähltechniken investieren und mit ihnen experimentieren, haben wir die Chance, eine neue Art von Journalismus zu entwickeln, der wirklich global ist, anstatt die Welt auf bequeme Klischees und Stereotypen für ein kleines Publikum zu reduzieren. Unser Ziel ist nicht, dass Gruppen oder Regionen aus dem Blickfeld verschwinden, sondern dass mehr in den Fokus rücken.“

    Fazit:

    Um diese Art von Journalismus zu ermöglichen, beschäftigt The Correspondent englischsprachige Reporter aus aller Welt mit transnationaler Expertise. Dank der Unterstützung von Mitgliedern aus mittlerweile 130 Ländern erhalten diese Korrespondenten einen tieferen und umfassenderen Einblick in die Nachrichten, die die Welt um sie herum prägen. „Es ist offensichtlich, dass die Entwicklungen, die unsere Welt formen, nationale Grenzen überschreiten, und wir halten es für wichtiger denn je, dass unsere Nachrichten dies ebenfalls tun“, so Wijnberg.