Jay Newton-Small ist CEO und Mitbegründer von MemoryWell.
Was hat Sie dazu bewogen, im Bereich Digital-/Medienverlagswesen zu arbeiten?
Mein Vater hatte Alzheimer, und ich kümmerte mich hauptsächlich um ihn. Vor einigen Jahren, als ich ihn in eine Seniorenresidenz brachte, sollte ich einen 20-seitigen Fragebogen über sein Leben ausfüllen. Das erschien mir völlig sinnlos. Erstens habe ich eine furchtbare Handschrift! Zweitens war ich damals professionelle Autorin und fand die Fragen unmöglich zu beantworten – ich wette, niemand kann die über 50-jährige Ehe seiner Eltern in vier Zeilen beschreiben; und drittens, wer sollte sich schon 20 Seiten handgeschriebener Daten für die über 150 Bewohner dieser Einrichtung merken? Ich gab den Fragebogen leer ab und schrieb stattdessen seine Geschichte auf. Sie kam gut an. Die Bewohner erinnerten sich daran und erzählten einander davon. So entstand MemoryWell. Mittlerweile verfügen wir über ein Netzwerk von mehr als 450 Journalisten im ganzen Land, die Lebensgeschichten älterer Menschen verfassen, um die Kommunikation und die Pflege zu verbessern. Alle unsere Geschichten sind digital verfügbar, und Familien können die Lieblingsmusik, -filme, -kunstwerke und -lektüren ihrer Angehörigen hinzufügen, um eine vollständige Chronik ihres Lebens zu erstellen.
Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?
Vielleicht liegt es an meinem journalistischen Hintergrund, aber kein Tag gleicht dem anderen. Wir sind ein Startup, daher übernehme ich viele Aufgaben: Ich bin Redakteurin, Autorin, Geschäftsführerin, Vertriebsmitarbeiterin, Managerin, Marketingexpertin und Fundraising-Managerin – daher bringt jeder Tag vielfältige Anforderungen mit sich!Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? (deine Apps, Produktivitätstools usw.)
Aktuell nutzen wir Basecamp, um unsere Storys zu verwalten, und Nimble, um unsere Verkäufe zu tracken. Das ändert sich mit unserem Wachstum. Wir stellen auf ein eigenes Content-Management-System um und werden voraussichtlich Sales Forces für das Verkaufstracking einsetzen.Wie lassen Sie sich inspirieren?
Als mein Vater noch lebte, habe ich ihn besucht! Jetzt verbringe ich meine Zeit in betreuten Wohneinrichtungen und Pflegeheimen und höre mir die erstaunlichen Geschichten älterer Menschen an, die sonst vielleicht in Vergessenheit geraten würden.





