SODP logo

    Die Zukunft des Journalismus auf Smart Speakern

    Was ist los? Das Reuters Institute in Oxford hat soeben einen neuen Forschungsbericht veröffentlicht: „Die Zukunft der Sprache und ihre Auswirkungen auf den Nachrichtensektor“. Intelligente Lautsprecher und Audiojournalismus etablieren sich als…
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Shelley Seale

    Erstellt von

    Shelley Seale

    Vahe Arabian

    Faktencheck durch

    Vahe Arabian

    Vahe Arabian

    Herausgegeben von

    Vahe Arabian

    Was passiert:

    Das Reuters Institute in Oxford hat soeben einen neuen Forschungsbericht veröffentlicht Die Zukunft der Stimme und ihre Auswirkungen auf die NachrichtenDa sich intelligente Lautsprecher und Audiojournalismus als dauerhafte Trends etablieren, ist das Thema relevant für die heutigen digitalen Nachrichtenverlage, die den Anschluss an neue Technologien nicht verpassen wollen. Laut Adam Tinworth von Ein Mann und sein BlogDie Reuters-Recherche ist genau die Art von Recherche, die die Medien derzeit brauchen, um den aufstrebenden Markt zu verstehen und zu wissen, worauf sie in Zukunft achten müssen.

    Warum das wichtig ist:

    Tinworth argumentiert, dass viel Zeit und Mühe in digitale Plattformen investiert wird, die möglicherweise nie die von Verlagen gewünschten Ergebnisse liefern. Frühe Recherchen zu einer bestimmten Plattform, wie beispielsweise dieser Reuters-Bericht über Smart Speaker, können Verlagen jedoch helfen, fundiertere Entscheidungen zu treffen. Da die Smart-Speaker-Plattform erst gut drei Jahre alt ist und die Geräte eine bemerkenswerte Marktdurchdringung im Privatkundenbereich erreicht haben, verdient sie besondere Aufmerksamkeit. Der von Nic Newman verfasste Reuters-Bericht lässt sich im Wesentlichen auf zwei Kernpunkte reduzieren:
    • Smarte Lautsprecher sind beliebt und ihre Beliebtheit nimmt stetig zu.
    • Die Nutzung zum Hören von Nachrichten ist jedoch nicht sehr verbreitet.

    Weiter graben:

    Der Markt für smarte Lautsprecher wächst und sollte daher von Medienunternehmen beobachtet werden. Tinworth merkt jedoch an, dass Verlage in dieser frühen Phase möglicherweise nicht unbedingt unter Druck stehen, sofort einzusteigen. Seiner Ansicht nach sollten strategische Ressourcen derzeit besser in etabliertere Plattformen investiert werden, während die Nutzung smarter Lautsprecher für die Nachrichtenberichterstattung im Auge behalten werden sollte. Einige Statistiken zum Thema Journalismus und smarte Lautsprecher aus dem Bericht:
    • Die Nutzung von Smart Speakern hat sich im vergangenen Jahr in den USA, Großbritannien und Deutschland (den drei im Bericht analysierten Ländern) verdoppelt.
    • Zwar nutzen die Leute sie auch für Nachrichten, aber nicht häufig, und sie berichten, mit ihrer Erfahrung unzufrieden zu sein.
    • Kürzere Meldungen sind auf der Plattform beliebter; viele Nutzer geben an, einminütige Meldungen zu bevorzugen, die regelmäßig aktualisiert werden.
    • Die Standardeinstellungen von Lautsprechern werden selten geändert. Dadurch hat der im Smart-Speaker-System des Nutzers voreingestellte Nachrichtenanbieter einen enormen Vorteil und dominiert letztendlich die Medienlandschaft. In Großbritannien ist das eindeutig die BBC.

    Die Zukunft des interaktiven Audios:

    Den Ergebnissen des Berichts zufolge könnte das Wachstum von Smart Speakern als Nachrichtenplattform von Folgendem abhängen:
    • Die Plattform findet eine Lösung für Probleme bei der Auffindbarkeit.
    • Wir schauen uns an, wofür die Leute die Sprachschnittstelle letztendlich nutzen.
    Tinworth merkt an, dass neue Schnittstellen selten alte ersetzen, sondern lediglich ergänzt werden. Sprachsteuerung wird voraussichtlich vor allem bei einfachen Befehlen zum Einsatz kommen, etwa zum Abspielen von Musik oder Dimmen von Licht. Er sieht in dem Bericht jedoch auch einige interessante Aspekte, die optimistisch für die Zukunft des Journalismus im Bereich Smart Speaker stimmen:
    • Die Quartz-Chat-Oberfläche könnte möglicherweise zu einer interaktiveren, sprachbasierten Nachrichten-Oberfläche weiterentwickelt werden.
    • Die Plattform befindet sich möglicherweise noch im „Shovelware“-Stadium der Entwicklung – während im Moment das traditionelle Radioformat auf Smart Speaker propagiert wird, könnte die Weiterentwicklung hin zu interaktiveren, kuratierten Erlebnissen in Zukunft überzeugender sein.

    Fazit:

    Für digitale Nachrichtenverlage könnte es sich lohnen, Zeit und Ressourcen in die Forschung und Erprobung von Journalismus über Smart Speaker zu investieren; die Herausforderungen durch etablierte Marktpositionen und die Monetarisierung bleiben jedoch bestehen. Zudem stellen die drei größten Hersteller von Smart Speakern – Apple, Google und Amazon – keine aussagekräftigen Analysen oder Daten zur Verfügung, anhand derer Verlage den Erfolg ihrer Inhalte auf diesen Geräten beurteilen könnten. Das sechsmonatige Voice-Lab-Experiment des Guardian ist definitiv einen Blick wert, wenn wir uns dieser Zukunft nähern.