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    Die Zukunft der Sprachkommunikation und ihre Bedeutung für Nachrichtenverlage

    Was passiert: Sprachtechnologien erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und werden voraussichtlich über den privaten Gebrauch hinaus in alle Lebensbereiche der Verbraucher Einzug halten. Das Reuters Institute…
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Shelley Seale

    Erstellt von

    Shelley Seale

    Vahe Arabian

    Faktencheck durch

    Vahe Arabian

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    Herausgegeben von

    Vahe Arabian

    Was passiert:

    Mit zunehmender Beliebtheit von Sprachtechnologien ist zu erwarten, dass diese über den privaten Gebrauch hinaus in alle Lebensbereiche der Verbraucher Einzug halten werden. Das Reuters Institute for the Study of Journalism hat untersucht, wie diese Geräte aktuell genutzt werden und welches Potenzial sie für die Nachrichtenwelt der Zukunft bergen.

    Warum das wichtig ist:

    Sprachgesteuerte Lautsprecher mit intelligenten Assistenten wie Amazon Alexa und Google Assistant verzeichnen ein schnelleres Wachstum als Smartphones und Tablets in einer vergleichbaren Entwicklungsphase. Prognosen zufolge werden sie sich, ähnlich wie Smartphones, über den privaten Gebrauch hinaus in allen Lebensbereichen etablieren. Der Reuters-Bericht von Senior Research Associate Nic Newman basiert auf repräsentativen Umfragen in Großbritannien und den USA sowie auf Interviews und Fokusgruppen mit Smart-Speaker-Nutzern und 18 führenden Verlagen, darunter die New York Times und die BBC. Zu den wichtigsten Ergebnissen des Berichts gehören:
    • Die Nutzung sprachgesteuerter Lautsprecher hat sich im vergangenen Jahr in den USA, Großbritannien und Deutschland etwa verdoppelt.
    • Intelligente Lautsprecher ersetzen Fernbedienungen, um die digitale Unordnung zu reduzieren.
    • Smarte Lautsprecher sind besonders beliebt bei den 35- bis 44-Jährigen, aber auch bei älteren Altersgruppen.
    • Amazons Alexa-Geräte dominieren sowohl den US-amerikanischen als auch den britischen Markt und übertreffen die Verkaufszahlen von Google Home- und Apple Homepod-Lautsprechern deutlich.

    Weiter graben:

    Der Bericht besagt, dass
    • Mehr als jeder zehnte Erwachsene in den USA (14 %) nutzt regelmäßig sprachgesteuerte Geräte, das entspricht rund 34 Millionen Menschen. In Großbritannien liegt die Nutzungsrate bei 10 %.
    • Smarte Lautsprecher sind besonders bei den 35- bis 44-Jährigen beliebt und haben sich aufgrund ihrer einfachen Bedienung auch bei deutlich älteren Bevölkerungsgruppen und Menschen mit Behinderungen als Überraschungshit erwiesen.
    • Die Verbreitung sprachgesteuerter Lautsprecher nimmt rasant zu und erreicht mittlerweile ein breites Publikum. Aktuell beschränkt sich die Nutzung jedoch meist auf grundlegende Funktionen, was bei komplexeren Aufgaben zu Frustration bei den Verbrauchern führt. Die meisten Nutzer äußern sich dennoch sehr zufrieden mit ihren Smart Speakern.
    • Diese Lautsprecher ersetzen größtenteils Radios im Haushalt. Einige regelmäßige Nutzer berichten, dass sie weniger Zeit vor dem Fernseher und anderen Bildschirmen verbringen. Verbraucher sehen in der Sprachsteuerung eine Möglichkeit, die Anzahl der Fernbedienungen zu reduzieren.
    • Im Bereich der Nachrichten ist der Nachrichtenkonsum auf sprachgesteuerten Geräten derzeit jedoch geringer als erwartet; die Nutzung konzentriert sich zumeist auf sehr kurze Nachrichten-Zusammenfassungen.
    • Nachrichtenverlage verfolgen unterschiedliche Strategien im Bereich Voice, wobei Rundfunkanstalten im Allgemeinen proaktiver agieren als Zeitungen. Während einige noch von der Notwendigkeit hoher Investitionen heute überzeugt sind, glauben die meisten, dass Voice ihr Geschäft im nächsten Jahrzehnt maßgeblich beeinflussen wird.

    Fazit:

    Die Verbreitung von Sprachsteuerungsgeräten nimmt weltweit rasant zu, angetrieben durch die relativ niedrigen Kosten und die einfache Bedienung. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Probleme und Hürden. Die meisten Nutzer verwenden nur wenige Funktionen und haben wenig Interesse, mehr zu lernen. Nach der Ersteinrichtung werden die Geräte kaum konfiguriert oder personalisiert. Die Reuters-Studie zeichnet ein gemischtes Bild hinsichtlich der aktuellen Nutzung und des zukünftigen Potenzials im Nachrichtenbereich. Abgesehen von der passiven Nutzung dieser Geräte zum Abspielen von Radio oder bestimmten Podcasts – was größtenteils eine Ersatznutzung darstellt – sind die Interaktionen mit Nachrichten im Allgemeinen kurz und nicht besonders häufig. Angesichts der Zukunft der Sprachsteuerung und der Frage, wie diese genutzt werden kann, empfiehlt Reuters den Sendern, ihre Streams und Podcasts so zugänglich wie möglich zu gestalten. Zeitungsverlage sind besser positioniert, um mit traditionellen Audiokonventionen zu brechen. Lokale Medien könnten kurze, aber nützliche Interaktionen zu Ereignissen, Reisen, Wetter oder Nachrichten in Betracht ziehen, während nationale Verlage eine bestimmte Themennische besetzen und monetarisieren oder die sozialen Funktionen dieser Geräte nutzen könnten, um Events oder Spiele zu erstellen. Sie können auf die Den vollständigen Bericht finden Sie hier.