Pandoras und Spotifys Bemühungen um Online-Radioeinnahmen
Online-Radiosender erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit, parallel zum Anstieg der Verbreitung von Streaming-Geräten wie Smartphones. Laut dem Bericht „The Infinite Dial“ von Edison…
Online-Radiosender erfreuen sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit, parallel zum Anstieg der Nutzung von Streaming-Geräten wie Smartphones. Laut dem Bericht „The Infinite Dial“ von Edison Research und Triton Digital wächst der Anteil der Online-Radiohörer in der Bevölkerung stetig. Anfang 2018 gaben 64 % der US-Amerikaner ab 12 Jahren an, im Vormonat Online-Radio gehört zu haben, 57 % in der Vorwoche. Dies entspricht einem leichten Anstieg gegenüber 61 % bzw. 53 % im Jahr 2017 und setzt das kontinuierliche Wachstum des Online-Radios fort. Tatsächlich erwirtschaftete die US-Radiobranche knapp die Hälfte der weltweiten Radioeinnahmen. 2015 die globalen Radioeinnahmen auf 47 Milliarden US-Dollar, und bis 2018 wurde ein stetiges jährliches Wachstum prognostiziert. Die gestiegenen Einnahmen lassen sich auf die veränderten Hörgewohnheiten der Konsumenten und die Nutzung der vielfältigen verfügbaren Plattformen zurückführen. Radiosender sind heute über Smartphone-Apps, PCs, Laptops und Tablets, im Auto und natürlich auch über das klassische Radio zu Hause empfangbar. Laut Triton Digital waren Pandora und Spotify im März 2018 die führenden Online-Radioanbieter* in Bezug auf aktive Nutzer, die Konkurrenz lag deutlich zurück.*Hinweis:Apple Music ist technisch gesehen die Nummer 2, wurde aber aufgrund fehlender Daten nicht berücksichtigt. Pandora ist in den USA Marktführer, da das Unternehmen seit 2000 aktiv ist und eine große kostenlose Nutzerbasis aufgebaut hat. Spotify hat jedoch in den letzten Jahren aufgeholt. Analysten von Goodwater Capital, einer Investmentfirma für Konsumgütertechnologie, lobten Spotifys Vorgehen auf dem Weg zum Börsengang. Der Trend zu Abonnements und die zunehmende Anzahl kleinerer digitaler Radiosender führen zu sinkenden Werbeeinnahmen. Was unternehmen die etablierten Marktführer also, um nachhaltigere Geschäftsmodelle zu entwickeln? Spotify investiert verstärkt in seine Premium-Abonnenten, während Pandora seine kostenlosen Nutzer ausbaut. Und so funktioniert es mit programmatischem Audio. Spotifys Stärke lag schon immer in seinem praktischen Service und seiner Technologie, die es ermöglicht, Nutzern die passende Musik zum richtigen Zeitpunkt zu bieten. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, seine Plattform als programmatisch nutzbare Plattform zu etablieren. Ziel ist es, den Mehrwert bestehender Nutzer durch neue Inhalte wie TV-Sendungen und Filme zu steigern und gleichzeitig die Hörerschaft im Bereich Podcasts und programmatisch geschaltetes Audio auszubauen. Dadurch gewinnt Spotify Zeit, die gleiche Benutzererfahrung für Podcasts zu implementieren und die programmatische Lösung zu verbessern, die das Vertriebsteam direkt den Demand-Side-Publishern anbieten kann. Pandora hingegen ist bereits der größte Anbieter von Radiowerbung (und gilt technisch gesehen als Radiosendernetzwerk). Früher gab es ein Problem, das die Wiedergabe von On-Demand-Musik verhinderte. Dieses Problem wurde jedoch behoben, indem zuvor ein 15-sekündiger Werbespot angesehen werden muss. Statt sich auf den reinen Konsum von Inhalten zu konzentrieren, setzt Pandora auf eine verbesserte Nutzerbindung, eine datengetriebene Marketingstrategie und verstärkte Investitionen in Teams mit Expertise -Automatisierung, um den Wert von Werbeeinblendungen zu steigern. Im Mai 2018 schloss Pandora die Übernahme von AdsWizz ab und sieht darin einen Vorteil, Nutzern dynamischere und personalisierte Werbung zum richtigen Zeitpunkt präsentieren zu können. Letztendlich ist die Kundenseite entscheidend für die Generierung von Werbeeinnahmen im Audiobereich. Dank dieses Versprechens konnten beide Unternehmen trotz ihrer Verluste bisher erhebliche Investitionen erhalten. Die Geschichte zeigt, dass sich dieses Muster wiederholt: Mangels Differenzierung kann jedes Unterhaltungs- oder Streaming-Unternehmen mit einem eigenen Produkt deutlich besser abschneiden. Entscheidend ist, wie Spotify, Pandora und andere Radiosender kontinuierlich die Qualität ihrer Marke und Plattform für treue Nutzer verbessern.