Was passiert:
Der Amazon Prime Day lockt zahlreiche Online-Anbieter an, die im Affiliate-Marketing um die Gunst der Kunden buhlen und die besten Angebote präsentieren wollen. Doch Amazon geriet am Prime Day 2019 in die Kritik, da die Angestellten für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen streikten.Warum es wichtig ist:
Der von Amazon ins Leben gerufene Shopping-„Feiertag“ hat sich vom einfachen Prime Day auf ganze 48 Stunden ausgedehnt, und viele große Medienunternehmen haben ihre Beteiligung verstärkt. Die Verizon Media Group, zu der unter anderem AOL und die Huffington Post gehören, hat die Anzahl der teilnehmenden Websites in diesem Jahr verdreifacht und TechCrunch sowie die Bereiche Finanzen, Sport und Lifestyle von Yahoo mit einbezogen. Publikationen beeilten sich, den Prime Day zu bewerben und sich ein Stück vom Kuchen der Konsumenten zu sichern, sahen sich aber teilweise mit Gegenwind von Lesern konfrontiert, die die protestierenden Amazon-Mitarbeiter unterstützen. Einige Konsumenten twitterten Botschaften wie: „Unterstützt die Arbeiter, nicht Amazon.“Tiefer Graben:
WARC-Daten Statistiken zeigen, dass der Amazon Prime Day 2018 trotz 1,4 Millionen weniger Besuchern 8,7 % mehr Transaktionen generierte als Black Friday und Cyber Monday zusammen und damit der umsatzstärkste Shopping-Tag des Unternehmens war. Gleichzeitig organisierten Amazon-Mitarbeiter in den USA, Deutschland, Großbritannien, Spanien und Polen Streiks, um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne zu fordern. Während ein Großteil der Öffentlichkeit die Arbeiter unterstützte, gab es auch Kritik an der Marketingkampagne, der Berichterstattung und den Angeboten des Prime Day. Im Rahmen der Aktion stellen Online-Publikationen die besten Amazon-Angebote zusammen und verlinken die entsprechenden Produkte. Klickt ein Leser auf den Link und kauft innerhalb von 30 Tagen bei Amazon.com ein, erhält der Herausgeber eine Provision. Diese Affiliate-Einnahmen sind seit zehn Jahren eine wichtige Einnahmequelle für viele Publikationen; beispielsweise… Die Logik berichtet, dass die Affiliate-Einnahmen der Gadget-Testseite Wirecutter bei Die New York Times Im letzten Quartal 2018 wurden 15,5 Millionen US-Dollar eingenommen. Neben den Einnahmen profitieren Verlage auch von der Sammlung wertvoller Daten, die in Affiliate-Marketing-Strategien einfließen. Business Insider Australia kontaktierte Amazon, um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erhalten, reagierte jedoch zunächst nicht. Ein Amazon-Sprecher hatte Business Insider zuvor jedoch erklärt: „Diese Gruppen verbreiten Falschinformationen, um sich Vorteile zu verschaffen, obwohl wir genau das bieten, wofür sie angeblich stehen: branchenführende Bezahlung, Sozialleistungen und einen sicheren Arbeitsplatz für unsere Mitarbeiter.“ Neben der Frage, ob Amazon höhere Gewinne erzielt, während seine Angestellten bessere Löhne und Arbeitsbedingungen fordern, wirft diese Praxis der Provisionsteilung zwischen Amazon und digitalen Verlagen weitere ethische Bedenken auf. Journalisten und Redakteure könnten einen Anreiz haben, Amazon-Produkte hervorzuheben, die die meisten Klicks und Einnahmen generieren. Dadurch werden redaktionelle Unabhängigkeit und Integrität infrage gestellt.Das Fazit:
Während der Amazon Prime Day digitalen Verlagen eine Vielzahl von Marketing-, Umsatz- und Datenerfassungsmöglichkeiten bietet, sollten vorab Überlegungen angestellt werden, wie die Öffentlichkeit im Vergleich zu den Mitarbeitervergünstigungen von Amazon reagiert und welche potenziell verschwimmende redaktionelle Grenze diese Veranstaltung darstellt.Inhalte unserer Partner








