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    Anmerkung der Redaktion: Das Signal-Rausch-Verhältnis in sozialen Medien

    Ich werde etwas offenbar Kontroverses für ein Mitglied der Medien zugeben: Ich mochte Twitter nie wirklich. Sicherlich nicht der mutigste Zeitpunkt für eine solche Aussage, ich…
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Andrew Kemp

    Erstellt von

    Andrew Kemp

    Vahe Arabian

    Faktencheck durch

    Vahe Arabian

    Andrew Kemp

    Herausgegeben von

    Andrew Kemp

    Ich gebe etwas zu, was für ein Mitglied der Medienbranche wohl kontrovers sein dürfte: Ich mochte Twitter noch nie wirklich. Zugegeben, nicht gerade der mutigste Zeitpunkt für so ein Geständnis, aber besser spät als nie, nehme ich an. Ich werde das ganze „Twitter war vor Musk besser„Debatte, denn ehrlich gesagt war ich von Anfang an kein Fan und bin daher nicht der beste Ansprechpartner für diese Frage.“. Ich habe jedoch auch Argumente gehört, die Twitter als idealen Ort für Journalisten sehen, um sich eine treue und mobile Leserschaft aufzubauen. Es soll Medienunternehmen eine hervorragende Möglichkeit bieten, mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten und neue Inhalte zu bewerben. Und es soll sogar ein idealer Ort sein, um die aktuellsten Nachrichten zu erhalten. Dennoch hat es mir nie gefallen. Hauptsächlich wegen des grauenhaften Signal-Rausch-Verhältnisses der Plattform. Kaum eine neue PerspektiveIch weiß, aber es ist bis heute relevant. Es bleibt abzuwarten, wie die Geschichte von Musks Übernahme der Plattform ausgeht, auch wenn die Aussichten zugegebenermaßen eher düster aussehen. Aber Twitters zunehmende problematisches Verhältnis zu den Medien befeuert nun Spekulationen über mögliche Alternativen wie zum Beispiel Mastodon oder auch LinkedIn. Alternativen sind nötig, unabhängig davon, ob Twitter scheitert oder nicht. Doch die Entwicklungen bei Twitter lassen mich über die wachsende Begeisterung der Verlage für ein anderes Kurzvideo-Netzwerk nachdenken: TikTok. Eine TikTok-Präsenz wird zunehmend als Für Verlage nicht verhandelbarDas ist schließlich kaum verwunderlich, schließlich befindet sich dort das Publikum.

    Publikumsjagd

    Jüngere Zielgruppen wandern seit Jahren zu TikTok ab und fördern so den Start beider Plattformen Instagram Reels Und YouTube-Kurzfilme. Dass das Publikum Kurzvideos in sozialen Netzwerken immer stärker nutzt, ist auch den Verlagen nicht entgangen. Eine Umfrage des Reuters Institute for the Study of Journalism ergab, dass Mediengruppen zunehmend auf Kurzvideos setzen Sie konzentrieren ihre Zeit und ihr Geld auf diese Plattformen. Mehr als zwei Drittel der Verlage gaben an, dass die geplanten Investitionen in digitale Videoformate gegenüber 2022 gestiegen seien. Gleichzeitig erklärten die Verlage, dass sie ihre Aktivitäten auf Facebook und Twitter zurückfahren und ihren Fokus auf TikTok deutlich verstärken würden. Dies trotz zunehmende regulatorische Überprüfung der App in Europa und die USA sowie langjährige Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Die Jagd nach neuen Zielgruppen ist kein neues Phänomen, und wenn TikToks Erfolgswelle unweigerlich abebbt, werden Verlage sich dem nächsten digitalen Phänomen zuwenden (Vorhersagen hier sind riskant). Relevanz ist im Verlagswesen entscheidend. Es ist wichtig zu wissen, was, wann und wie die Zielgruppe Inhalte konsumieren möchte.  Ich würde Verlagen jedoch raten, bei Investitionen in geschlossene Systeme Vorsicht walten zu lassen, insbesondere bei solchen mit einem so hohen Signal-Rausch-Verhältnis wie TikTok.