Marissa Cox ist Redakteurin, Fotografin, Content Creatorin und Gründerin von Rue Rodier. WAS HAT DICH DAZU BEWEGT, IM DIGITALEN MEDIENBEREICH ZU ARBEITEN? Ich habe Erfahrung im Verlagswesen (Random House & Hodder & Stoughton), Journalismus und Texten. Bevor ich nach Paris zog, war ich Redakteurin einer Website für Kunst, Kultur und Mode in East London namens Art Wednesday. Das war mein erster Ausflug in die digitale Welt. Nach meinem Umzug nach Paris beschloss ich, einen eigenen Blog zu starten. Der Städtewechsel war sicherlich der Auslöser. Ich nutzte Instagram bereits, als ich in Paris ankam, aber erst nach meinem Umzug nahm ich es ernst – ich postete mehr schöne Paris-Fotos und erstellte gezielt Inhalte. Schließlich gewann ich Follower, lernte über die App andere Kreative, Fotografen und Blogger mit ähnlichen Interessen kennen und engagierte mich beruflich stärker in der digitalen Welt. Bevor ich vor 15 Monaten den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, arbeitete ich nebenberuflich im digitalen Marketing. WIE SIEHT EIN TYPISCHER TAG BEI DIR AUS? Das ist ganz unterschiedlich, je nachdem, ob ich ein Projekt oder eine Kampagne habe, die ich fotografieren muss. Normalerweise beginne ich aber damit, meine E-Mails zu bearbeiten, Angebote zu beantworten, den Tag und die kommende Woche zu planen, mich dann mit meinem Fotografie-Praktikanten zum Fotografieren zu treffen, eventuell an einem Meeting teilzunehmen und oft abends eine Veranstaltung zur Produkteinführung zu haben. WIE SIEHT DEIN ARBEITSPLATZ AUS? (Deine Apps, Produktivitätstools usw.) Ich arbeite mit einem Apple Mac und habe ein iPhone 6s, bin aber ehrlich gesagt etwas hinterher, was Produktivitätstools angeht. Ich nutze einen Online-Kalender, bevorzuge aber auch Stift und Papier – ich schreibe mir jeden Morgen eine Liste in mein Notizbuch, was ich an diesem Tag erledigen muss. Ich nutze allerdings Hootsuite und habe Planoly auch schon ausprobiert. WIE LÄSST DU DICH INSPIRIEREN? Ich besuche Ausstellungen – ich habe eine große Leidenschaft für Kunst und Design sowie für Ballettvorstellungen. Ich gehe unheimlich gern ins Kino und lese viel über Unternehmertum und – obwohl ich den Begriff hasse – über Selbsthilfe. Besonders gern lese ich „Big Magic“, „Lean In“ und alles von Brené Brown. Außerdem verschlinge ich Zeitschriften – meine aktuellen Favoriten sind Porter und Holiday für Mode, Kultur und Interviews, Milk, Apartamento für Einrichtungsideen und natürlich CN Traveler für Reisen. Ich höre auch viele Podcasts, zum Beispiel „How I Built This“ von NPR, „Super Soul Conversations“ von Oprah Winfrey und „Pardon My French“ von Garance Doré. WAS IST DEIN LIEBLINGSZITAT? Das ist eine schwierige Frage, aber mir kommt Oscar Wildes „Wir liegen alle im Dreck, aber manche von uns schauen zu den Sternen“ in den Sinn. WAS WAR DAS INTERESSANTESTE/INNOVATIVSTE, DAS DU AUF EINEM ANDEREN MEDIUM GESEHEN HAST? Oh, da habe ich schon so einiges gesehen! Die interaktive „Follower Factory“-Funktion der New York Times ist ein echter Hingucker. Into the Gloss hat einen beeindruckenden Sprung vom Content-Marketing zum E-Commerce geschafft. Was Content-Creator angeht, bewundere ich Persönlichkeiten wie Margaret Zhang und Shini Park. WELCHES PROBLEM BEARBEITEST DU GERADE MIT BESONDERER HERAUS? Ich möchte meinen Blog/meine Plattform stärker in den Fokus rücken und meine kreativen Grenzen erweitern. Der neue Instagram-Algorithmus hat mich (wie wohl alle anderen auch) hart getroffen. Viele meiner Aufträge finde ich über Instagram, und ich möchte auf keinen Fall als „Instagrammer“ abgestempelt werden. Deshalb arbeite ich daran, meine Content-Erstellung und meine kreativen Fähigkeiten zu verbessern und meine Energie in neue und andere Arbeitsbereiche zu investieren. Ich würde zum Beispiel gerne mehr für andere Publikationen schreiben, sei es zu den Themen meines Blogs oder als Stimme in den sozialen Medien. HAST DU TIPPS FÜR AMBITIONIERTE DIGITALE PUBLISHING- UND MEDIENPROFIS, DIE AM ANFANGEN IHRER BERUFSTÄTIGKEIT STEHEN? Ich würde sagen, da der Markt heutzutage so gesättigt ist, braucht man eine klare Vision davon, was man erreichen und erschaffen möchte, was einen von anderen abhebt und wen man ansprechen will. Außerdem sollte man bereit sein, viele neue Fähigkeiten zu erlernen! Ich lerne ständig dazu, was großartig ist, aber manchmal wie ein harter Kampf wirkt. Diese Art von Arbeit ist definitiv nichts für Zartbesaitete. Sie erfordert viel Durchhaltevermögen und Entschlossenheit. Man muss bereit sein, fast rund um die Uhr zu arbeiten und sich darüber im Klaren sein, dass es kein sicheres Einkommen sein wird. Aber bisher war es unglaublich lohnend!
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