Was passiert:
Das größte Medienevent Europas, das Internationale Journalismusfestival (IJF), fand Anfang April zum 13. Mal statt. Erfahrene Medieninnovatoren tauschten sich fünf Tage lang in Workshops und Sessions, darunter die School of Data Journalism, die in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Journalismuszentrum und der Open Knowledge Foundation organisiert wurde, über Wissen und praktische Ratschläge zur erfolgreichen Gestaltung von Veränderungsprozessen in Verlagen aus.
Weiter graben:
In einer Sitzung mit dem Titel „Wie man dem Sirenengesang zu vieler Feiglingsprojekte widersteht“ präsentierten vier Podiumsteilnehmer, darunter Lucy Kueng, leitende Wissenschaftlerin am RISJ. Kueng sprach über drei Ebenen, auf denen Innovation stattfindet:
- Optimierung des alten Modells.
- Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen, idealerweise mit dem Ziel, den Umsatz zu steigern.
- Experimente mit zukünftigen Produktoptionen.
Kueng betonte, dass die Einführung neuer Produkte ein unumkehrbarer Prozess sei, der erhebliche Zeit- und Kosteninvestitionen erfordere. Die Planung zukünftiger Produkte sei zudem wichtig, um neue Talente zu gewinnen und das Unternehmen voranzubringen. Lyndsey Jones, leitende Redakteurin der Financial Times, sprach über den Weg zum angestrebten Ziel des Unternehmens. Bei der FT führte Jones einen Sendeplan ein, der verschiedene geografische Regionen zu ihren optimalen Sendezeiten berücksichtigte und die besten Artikel auf der Startseite platzierte. Außerdem reduzierte Jones den Inhalt um 20 % und entfernte die leistungsschwächsten Beiträge. Diese Änderungen stießen in der Redaktion nicht immer auf Zustimmung, und Mitarbeitern wurde die Möglichkeit geboten, das Unternehmen zu verlassen, falls das neue redaktionelle Modell nicht zu ihnen passte. Inga Thordar, leitende Redakteurin von CNN Digital International, erklärte, Innovation sei ein gewaltiges Unterfangen für den Sender, der nach wie vor stark auf eine einzige Plattform ausgerichtet sei, aber überlebenswichtig. Sie und ihr Team konzentrierten sich darauf, Bewährtes zu optimieren und gleichzeitig neue Änderungen umzusetzen – nicht immer im Zusammenhang mit Eilmeldungen. „Man muss sich an großen, strukturellen Veränderungen beteiligen, aber auch neue Geschäftsmodelle entwickeln und deren Umsetzung planen“, sagte Thordar. Abschließend sprach Helje Solberg, Nachrichtenchefin des NRK, darüber, dass Wandel neue Kompetenzen erfordere, sei es im Bereich neuer Technologien oder Denkweisen. Sie warnte jedoch: Wenn Verlage diese neuen Modelle nicht einführen, werden sie nur mehr vom Gleichen produzieren.
Warum das wichtig ist:
Das jährliche IJF-Festival ist für alle Journalisten kostenlos und bietet eine offene Einladung zum Zuhören, Lernen und Netzwerken mit Kollegen. Zugänglichkeit und ungezwungene Atmosphäre zeichnen das Festival aus, das jährlich in Perugia, Italien, stattfindet. Zu den bisherigen Rednern zählten namhafte Persönlichkeiten wie Emily Bell, Carl Bernstein, Al Gore, Seymour Hersh, Wadah Khanfar und Yoani Sanchez. Erfahrene und angehende Journalisten aus aller Welt kommen zusammen, um sich weiterzubilden und Kontakte zu knüpfen. Mehr als 250 Freiwillige aus Dutzenden von Ländern nehmen ebenfalls teil. Neben wertvollen Kompetenzen bietet das IJF auch Inspiration und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Referenten. Das Festival ist weltweit die wichtigste Medienveranstaltung für Journalisten, die nach Inspiration suchen. Die Botschaft lautet: „Wir haben alle Hürden beseitigt, der Rest liegt an Ihnen.“
Fazit:
Das nächste Festival findet vom 1. bis 5. April 2020 statt. Der Eintritt zu allen IJF-Veranstaltungen ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Zugang zu den Veranstaltungen erfolgt nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Um sich den Zugang zu sichern, sollten die Teilnehmenden rechtzeitig vor Beginn der jeweiligen Veranstaltung eintreffen. Weitere Informationen finden Sie unter [Link einfügen]
journalismfestival.com.