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    Wie Glossier sich von einem Blog zu einer 1,2 Milliarden Dollar schweren Beauty-Marke entwickelte 

    Was passiert: Vor neun Jahren startete Emily Weiss einen Beauty-Blog namens Into the Gloss. Heute hat sich dieser Blog zu Glossier entwickelt, einer Online-Shopping-Marke, die Beauty-Produkte verkauft…
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Shelley Seale

    Erstellt von

    Shelley Seale

    Vahe Arabian

    Faktencheck durch

    Vahe Arabian

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    Herausgegeben von

    Vahe Arabian

    Was passiert:

    Vor neun Jahren startete Emily Weiss den Beauty-Blog „Into the Gloss“. Heute ist daraus Glossier entstanden, eine Online-Shopping-Marke, die neben Beauty-Produkten auch Weiss' persönliche Ansichten, Ratschläge und Tipps anbietet. Glossier ist mittlerweile 1,2 Milliarden Dollar wert und verkauft alle 32 Sekunden eines seiner 14 Pfund teuren Boy Brow-Produkte.

    Warum das wichtig ist:

    Angesichts von rund 500 Millionen Blogs im Internet ist es extrem schwierig, die Geheimnisse für den Durchbruch zu finden und sich zu einer umsatzstarken Marke zu entwickeln. Wie Weiss der Financial Times in einem Interview erklärte, verfolgte sie im Geschäftsleben einen „Apple-ähnlichen Ansatz“, insbesondere bei der Produktentwicklung.

    Weiter graben:

    „Wir sind nicht an dem Fast-Fashion-Schönheitsansatz interessiert, bei dem man trendorientierte Artikel am Fließband produziert, einfach alles Mögliche ausprobiert und schaut, was hängen bleibt“, sagte Weiss. Glossier bietet derzeit rund 30 Beauty-Produkte an, die größtenteils auf den Meinungen von Frauen basieren, die Weiss für ihre Blogbeiträge interviewte. Ihr fiel auf, dass Frauen die Vorzüge bestimmter Produkte lobten – doch der Fokus lag stets auf dem jeweiligen Produkt, nicht auf der Marke als Ganzes. Sie begann, den Blog zu Glossier auszubauen, um eine Marke rund um ein Sortiment an Beauty-Produkten zu schaffen, das es bis dahin nicht gab. Anfangs basierte ihre Marke auf diesen Crowdsourcing-Ideen – so entwickelte Weiss beispielsweise den Reiniger Milky Jelly, nachdem sie ihre Leser nach ihrem Wunschreiniger gefragt hatte. Milky Jelly wurde zu einem Bestseller bei Glossier. Für Weiss geht es bei dieser Crowdsourcing-Technik vor allem darum, „in großem Umfang zuzuhören“ „Das ist etwas, was jede kluge Marke und jedes Unternehmen zunehmend tun muss.“ Glossiers Stärke liegt im effektiven Influencer-Marketing, in dem Weiss so gut ist. In einem WARC-Bericht heißt es: „Was funktioniert bei Kosmetik- und Schönheitsprodukten?Dies gilt als eine der wichtigsten Strategien, doch Weiss geht über reines Influencer-Marketing hinaus und schafft und nutzt hoch engagierte Konsumenten. Glossier-Leser können Inhalte erstellen und erhalten im Gegenzug Guthaben für Produktkäufe sowie Provisionen für vermittelte Käufe. Glossier ist mittlerweile so erfolgreich, dass das Unternehmen vom reinen Online-Handel auf stationäre Geschäfte in New York und London expandiert. Weiss erklärt, dass viele etablierte Marken unter ihrer Vergangenheit leiden, während sie ihre Filialen lieber im Pop-up-Stil hält. „Man sieht ja, wie sehr viele dieser Unternehmen an Offline-Kanäle und an Vertriebs- und Kommunikationsmethoden gebunden sind, die noch aus der Zeit vor den sozialen Medien stammen.“

    Fazit:

    Der vielleicht größte Unterschied zu einer neuen, schlankeren Marke wie Glossier, die aus einem Blog hervorgegangen ist, liegt in ihrem Selbstverständnis. Für Weiss ist Glossier kein Kosmetikunternehmen, sondern ein Erlebnisunternehmen. Glossier kreiert digitale, physische und Offline-Erlebnisse und baut so eine Marke auf, die Werte mit ihren Kunden teilt und über die bestehende Produktlinie hinaus Nachfrage generiert.