Journalisten nutzen seit Langem Quellen und Leaks, um über wichtige Ereignisse zu berichten. Doch das ethische Minenfeld, das mit der Nennung dieser Quellen einhergeht, ist noch heikler geworden. Es ist einfacher denn je, bestimmte Personen anhand eines Namens und einiger weniger grundlegender Daten zu identifizieren. Dies stellt ein Problem für Personen in sensiblen Positionen dar, die möglicherweise Ansichten vertreten, denen ihre Arbeitgeber oder Freunde widersprechen könnten, und die aus verschiedenen Gründen anonym bleiben möchten. Sollten Sie als Online-Publisher dennoch anonyme Quellen verwenden?
Faktenprüfung ist im digitalen Publizieren unerlässlich
Leider wirft die Verwendung anonymer Quellen durch Journalisten sofort Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Beweise auf. Denn die Quelle lässt sich dann nicht mehr so einfach überprüfen und referenzieren. Dies war ein großes Problem bei dem mittlerweile zurückgezogenen Rolling-Stone-Artikel „A Rape on Campus“, in dem eine anonyme Quelle namens „Jackie“ eine Reihe unbestätigter Anschuldigungen gegen die University of Virginia erhob, die weder vom Journalisten noch vom Magazin kritisch genug hinterfragt wurden
Rolling Stone fand schließlich herausDer Vorfall war erfunden. Da sich das Thema online rasant verbreitete, war der Schaden jedoch erheblich, da Millionen von Menschen weltweit darauf zugegriffen hatten. Der Artikel im Rolling Stone hob das Problem mit anonymen Quellen hervor, insbesondere, dass es schwierig ist, deren Aussagen ohne umfangreiche Recherchen unabhängig zu überprüfen. Es ist auch schwer zu erkennen, welche Voreingenommenheit die Quellen haben und ob sie von der Veröffentlichung des Artikels profitieren. Schließlich sorgt der einfache Zugang zu Online-Medien dafür, dass sich schwerwiegende Fehler schnell verbreiten. Es ist schwer, Fehler zu verbergen, wenn sie durch verschiedene Archivierungsmethoden für jeden sofort zugänglich sind.
Digitale Verlage ohne solide Quellenbasis können Glaubwürdigkeitsprobleme bekommen
Es ist kein Zufall, dass Zeitschriften und Zeitungen, die häufiger anonyme Quellen verwenden, im Allgemeinen als weniger glaubwürdig gelten. Trotzdem sind anonyme Quellen bei Eilmeldungen unerlässlich. Der Watergate-Skandal ist wohl das bekannteste Beispiel und führte zum Rücktritt von Präsident Nixon und Vizepräsident Agnew. Die Quelle war „Deep Throat“, der sich später als der stellvertretende FBI-Direktor Mark Felt entpuppte. Er und mehrere andere anonyme Quellen ermöglichten diese Berichterstattung. Auch rechtliche Probleme bei der Veröffentlichung von Geschichten schränken die Wirksamkeit anonymer Quellen ein, da Journalisten nie garantieren können, dass diese Quellen anonym bleiben. Wir bei SODP glauben, dass es letztendlich auf Vertrauen ankommt. In einer Zeit, die von „alternativen Fakten“ und einer beispiellosen Feindseligkeit gegenüber der Presse geprägt sein könnte, sind anonyme Quellen möglicherweise von entscheidender Bedeutung. Als digitaler Verlag müssen Sie bereit sein, Entscheidungen darüber zu treffen, wann Sie sich sicher genug fühlen, Informationen zu veröffentlichen, wohl wissend, dass diese Geschichte sofort mit Ihnen in Verbindung gebracht wird. Verwenden Sie anonyme Quellen in Ihren Artikeln? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie eine Geschichte mit unbestätigten Fakten oder nicht genannten Quellen lesen?
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