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    Der Stand der Technik in globalen Nachrichtenredaktionen

    Was ist da los? In Zusammenarbeit mit der Google News Initiative und der Georgetown University hat das Internationale Zentrum für Journalisten eine Studie zur Nutzung digitaler Mittel durch Journalisten im Kampf gegen Desinformation durchgeführt. Die…
    Aktualisiert am: 1. Dezember 2025
    Wunder Oyedeji

    Erstellt von

    Wunder Oyedeji

    Vahe Arabian

    Faktencheck durch

    Vahe Arabian

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    Herausgegeben von

    Vahe Arabian

    Was passiert?

    In Zusammenarbeit mit der Google News Initiative und der Georgetown University führte das Internationale Zentrum für Journalisten eine Studie zur Nutzung digitaler Mittel durch Journalisten im Kampf gegen Desinformation durch. Die Studie wurde in 149 Ländern durchgeführt; die Forscher erhielten über 4100 Antworten von Journalisten und Nachrichtenmanagern.

    Warum es wichtig ist

    In einem früheren Bericht wies SODP auf Desinformation als eine der Auswirkungen des Populismus auf den Journalismus hin. Ein ICFJ-Bericht aus dem Jahr 2017 zeigte zudem, dass Redaktionen mit dem Tempo der digitalen Revolution nicht Schritt halten können.

    Beide Berichte lassen sich auf einen gemeinsamen Punkt reduzieren: die rasante Verbreitung von Falschnachrichten. Um Falschnachrichten im Internet entgegenzuwirken, sollten Journalisten digitale Mittel, insbesondere Verifizierungstools für soziale Medien, einsetzen. 

    Die Bekämpfung von Desinformation ist nicht die einzige Herausforderung für Journalisten und Nachrichtenmanager; sie müssen sich auch vor Online-Angriffen schützen. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die von Redaktionen genutzten Werkzeuge, die erforderlichen Schulungen und die Auswirkungen der digitalen Revolution auf das Geschäft und die Zukunft des Journalismus.

    Um die Sicherheit wichtiger Gespräche zwischen Journalisten zu gewährleisten, nutzen Redaktionen verschlüsselte Messaging-Apps wie WhatsApp, Telegram und Signal. Laut Oren Levin verwenden heute mehr als zwei Drittel der Journalisten und Redaktionen Cybersicherheitsmaßnahmen – ein Anstieg von fast 50 % seit 2017 .

    Europäische Redaktionen führen die Liste der Redaktionen mit den meisten Cybersicherheitsmaßnahmen an, Nordamerika folgt an zweiter Stelle. Vor zwei Jahren lag Nordamerika noch weiter hinten. Obwohl sich die Investitionen in Cybersicherheit verdoppelt haben, gehört Nordamerika weiterhin zu den Regionen, denen der Aufbau von Online-Vertrauen am wenigsten am Herzen liegt.

    Hybride Redaktionen – Redaktionen, die verschiedene Werkzeuge, Wertesysteme und Vorgehensweisen kombinieren – sind auf dem Vormarsch, während der Einfluss und die Mitarbeiterzahl konventioneller Redaktionen sinken. Regionen wie Ost-/Südostasien weisen im Vergleich zu traditionellen Redaktionen weniger rein digitale Redaktionen auf.

    Digitale Formate wie Newsletter, soziale Medien, Videos, Messenger-Apps und Websites gehören zu den digitalen Werkzeugen, die von hybriden Redaktionen und rein digitalen Startups genutzt werden. Um Fehlinformationen entgegenzuwirken, verwenden Redaktionen Verifizierungstools und -plattformen für soziale Medien, beispielsweise First Draft News , Storyful , das digitale Forensik-Tool von Bellingcat sowie das Verifizierungshandbuch und die Journalistenverifizierungskarte. Diese Tools helfen ihnen, Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen und nutzergenerierte Inhalte freizugeben.

    Da immer mehr Nachrichtenmanager digitale Einnahmequellen zur Finanzierung nutzen, werden Online-Abonnements/Mitgliedschaften als äußerst vielversprechend eingeschätzt – obwohl nur 4 % der Nachrichtenorganisationen angeben, dass dies derzeit ihre wichtigste Finanzierungsquelle ist ( ICJF 2019).

    Endeffekt

    Im Kampf gegen digitale Desinformation müssen Redaktionen proaktiv vorgehen. Journalisten sollten Zugang zu Tools zur Verifizierung von Social-Media-Beiträgen haben, und vor allem muss die Kommunikation zwischen Korrespondenten, Whistleblowern und Redaktionsleitern streng vertraulich behandelt werden.

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